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Stadtzentrum
1800

FSU: Kustodie

Ort: , Teichgraben 7

„Hotel zur akademischen Freiheit“. Der historische Karzer im Collegium Jenense

Eine der seltenen Gelegenheiten, den Karzer der Universität zu besichtigen.

Bereits im Gründungsjahr von Jenas Hoher Schule 1548 wurde die Einrichtung eines Karzers festgelegt, um im Rahmen der akademischen Gerichtsbarkeit „ungehorsame Scolares“ maßregeln zu können. Dieses Ansinnen wurde dann auch stark umgesetzt: Im 17. Jh. gab es dann schon 3 Karzer, im 19. Jh. stieg die Zahl sogar auf 9. Die Mönchszellen des ehemaligen Dominikanerklosters im Collegium Jenense eigneten sich besonders gut als Gefängnisse für strafbar gewordene Studenten.

Einer der historischen Karzer der Universität Jena ist erhalten geblieben, vor allem wegen seiner Wandmalereien: Diese wurden 1822 geschaffen von Martin Disteli - ein aus der Schweiz stammender Student, Burschenschaftler und eben auch Karzerinsasse. Er ist später als Karikaturist bekannt geworden. Von seinem Talent zeugen schon die Jenaer Darstellungen: Zu sehen sind u. a. damalige Professoren der Universität, wie sie stadtbekannte junge Frauen im Arm haben und wegzutragen versuchen; und auch Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe wird nicht verschont: Sein Konterfei findet sich ebenfalls an der Wand wieder.

Für die Erhaltung der Wandmalereien und der Bausubstanz des Karzers ist das Wissen um den aktuellen Erhaltungszustand und den technologischen Aufbau von entscheidender Bedeutung. Eine laufende konservatorische Untersuchung und Analyse der Farbschichten soll als Grundlage für die Erstellung eines zukünftigen Erhaltungs- und Restaurierungskonzeptes dienen und zur wissenschaftlichen Erschließung des Bestandes beitragen.

Der Überlieferung nach, soll Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach die Bilder Distelis gesehen und beschlossen haben, den Raum zu schließen und so die Wandmalerei zu bewahren. Damit ist ein einzigartiges kultur- und universitätsgeschichtliches Zeugnis erhalten geblieben. Zum Schutz dieses Kulturgutes ist der Karzer aus konservatorischen Gründen nicht permanent geöffnet, sondern ist nur zu besonderen Anlässen und nach Voranmeldung in begrenztem Maße zugänglich. Zur Langen Nacht der Wissenschaft haben Sie die Gelegenheit, selbst einmal im „Hotel zur akademischen Freiheit“ einzukehren und eine Führung mit Vortrag zu erleben.

Hinweis:

Einlass jeweils um 18 Uhr, 19 Uhr, 20 Uhr und 21.30 Uhr

Beschränkung:

Max. 20 Personen pro Durchgang
 
Bildnachweis (c) copyright: Jan-Peter Kasper/FSU
Blick in den Karzer mit den Wandmalereien von Martin Disteli aus dem Jahr 1822.

„Hotel zur akademischen Freiheit“. Der historische Karzer im Collegium Jenense

Tickets gibt es in der Jena Tourist-Information und online unter www.jena.de/tickets.
 

Aktueller Hinweis


Aktuell können keine Online-Tickets mehr verkauft werden.

Sie können aber an der Abendkasse bei folgenden Stellen ein Ticket erwerben:

Die Jena Tourist-Information hat dafür extra bis 22:00 Uhr geöffnet. Ab 16:00 Uhr werden die Tickets zum Abendkassenpreis verkauft. Sichern Sie sich also rechtzeitig Ihre Tickets!

Zusätzliche Abendkassen wird es am Veranstaltungsabend (22. November 2019) von 18:00 bis 22:00 Uhr an folgenden Standorten geben:

- Beutenberg Campus (Abbe-Zentrum)
- EAH – Ernst-Abbe-Hochschule Jena (Haus 2, Haupteingang)
- Universitätsklinikum (Lobeda, Haupteingang)
- FSU-Campus (Ernst-Abbe-Platz)
#LNDWJena
Lange Nacht der Wissenschaften 2019 wird gefördert und unterstützt durch: